Reiserecht-Tipps

Bordgewalt des Flugkapitäns
Der Flugkapitän und seine Vertreter an Bord haben aufgrund der öffentlich-rechtlichen Bordgewalt nach §§ 29 I bis III LuftVG das Recht, einem Fluggast den Zutritt zum Flugzeug zu verweigern oder ihn von Bord zu weisen (BGH NJW 1983, 448). Besondere Bedeutung hat die Bordgewalt bei randalierenden Fluggästen. Diese luftpolizeiliche Befugnis ist nicht dem Reiseveranstalter zuzurechnen, so dass dieser nicht für Folgeschäden haftet. Entstandene Aufwendungen des Luftfahrtunternehmens können jedoch vom Störer verlangt werden.
Wichtige Entscheidungen sind:

Trunkenheit (AG Bad Homburg NJW-RR 1997, 821 = RRa 1997, 19 m. Anm. Schmid; LG Bonn RRa 2000, 157 = NJW-RR 2001, 1066),
Weigerung den Sitz aufrecht zu stellen (AG Berlin-Charlottenburg RRa 1999, 181),
Nichtbeachtung eines Rauchverbots (OLG Düsseldorf NJW 2000, 3223),
Ungehörige Bemerkungen bei der Sicherheitskontrolle (LG Frankfurt/M MDR 1988, 672) oder
Zwischenlandung wegen eines erheblich erkrankten Fluggastes (OLG Nürnberg VersR 1993, 113).

Literatur zum Thema:

Führich, Reiserecht, 5. Auflage, 2005, Rn 104, 360, 989
Führich, Reiserecht von A-Z, 2007, Stichwort Bordgewalt des Kapitäns
.

Diese Hinweise können unter namentlicher Nennung der Quelle
www.reiserecht-fuehrich.de
in einem Presseorgan zitiert werden©.